Der grüne Seidensari - Indienreise 2024
- Elfriede Neuhold
- 11. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 14. März

Als kleine Reisegruppe von vier Personen unternahmen wir im Februar 2024 eine kurze, aber intensive Rundreise durch Indien, die wie eine Pilgerfahrt zu besonders heiligen Stätten war. Wir reisten über Delhi nach Rishikesh und badeten unsere Füße am heiligen Ganges, am Fuß des Himalayas, wo das Wasser noch rein und erfrischend ist und der Hauch der indischen Götter uns mit dem von den schneebedeckten Bergen herabfallenden Wind umspielte. Hier besuchten wir örtliche Ashrams und Tempel, wissend, dass hier die verdichtete spirituelle Energie von rund 100 bis 200 Ashrams und Yogaschulen ist. Doch auch in Rishikesh war der westliche Einfluss bemerkbar. An der alternativ angehauchten Nordküste des Ganges wurde Yoga-to-Go, Malas und Coffee angeboten, und hellhäutige Touristen in etwas zu knappen Hippie-Kleidern badeten ihre Füße im kalten Fluss.
Delhi selbst zeigte sich in einem guten Licht und versank nicht in Smog, wie wir befürchtet hatten. Aber den Grund für den Smog bekamen wir hautnah mit, einfach durch stundenlanges Stehen im Stau mit dem Taxi. Großartige Bauwerke wie das India Gate, der Lotus Tempel und viele mehr zeugten von einer kulturell einprägsamen Vergangenheit, die auch von Wechseln von pakistanischer und indischer Herrschaft geprägt ist.
Der dritte Teil der Reise führte uns in den Süden, dort, wo die wirklich alten und fühlbar kraftvollen Tempel zu finden sind, vor allem in Kanchipuram, der ‚Stadt der tausend Tempel‘. Ein Highlight war unser Besuch beim Berg Arunachala. Denn auch Tiruvannavamalai lag auf unserer Reiseroute, wo wir beim Grab des Heiligen Ramana Maharshi in völliger Stille meditierten. Doch eigentlich waren alle Abschnitte der Reise Highlights, gespickt mit Überraschungen, sensationellen Tempeln, wunderbaren Menschen und vielen Farben und Düften.
Hier ein kleiner Auszug aus dem Reisebericht:
Dann erkundeten wir die Promenade, ließen uns erstmals von Kindern anbetteln. Wenigstens die Sadhus und Kühe nahmen keine Notiz von uns. Speziell ein Mädchen im Alter von ungefähr sechs Jahren hängte sich zuerst an die anderen, dann an mich ran. Nachdem sie eine Weile neben mir ging und mantraartig sagte: „One dollar, Mäm“, schüttelte sie mangels Erfolgs den Kopf und forderte ab dann: „Two dollar, Mäm“. Sie war entzückend, aber ich hatte gerade meine Schwägerin darüber aufgeklärt, dass man nichts geben darf. Denn wenn man einem etwas gibt, kommen rund ein Dutzend andere nach. Drei oder vier Kinder waren schon um uns herum. Und ein paar Rupien ändern deren Leben auch nicht. Noch waren wir alle konsequent.
Abends wurde an der Gangespromenade eine große Zeremonie, das Ganga Arati, abgehalten, bei der vierzehn Priester einen Lichterturm zu Ehren der Göttin Ganga schwangen, während Gebetsgesänge die Abendluft erfüllten. Unzählige Besucher und Touristen, davon die meisten selbst Inder, wohnten dem Ritual bei. Zuvor hatte ich Bedenken wegen meinem Handy, dass man es mir aus der Hand reißen könnte. Aber spätestens ab diesem Zeitpunkt verwarf ich diese Gedanken, denn hunderte von Indern hoben ihre Handys hoch über ihren Kopf, sodass ich kaum zu den Priestern hinübersah. Da kam dieses Mädchen wieder und zog meine Schwägerin mit sich. Überraschenderweise fand sie den wohl einzigen Platz mit guter Sicht. Die Farben, die über gute Lautsprecher hallenden Gesänge, die Lichter, die vielen Lichterschiffchen auf dem Fluss in der Dämmerung, der zartrosa Abendhimmel und die vielen Blumen, die in den Fluss geopfert wurden und neben den Lichtern vorbeitrieben, erfüllen uns mit Freude und Andacht.
03.03.24
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